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Prävention und Lösung europäischer Verbraucherschulden

Verschuldung ist in allen europäischen Ländern verbreitet. Obwohl die Ursachen unterschiedlich sein mögen, sind die Arten der Schulden ähnlich. Sollten Unternehmen eine proaktivere Rolle bei der Prävention und Lösung von Verbraucherschulden spielen?

 

Europäer im Zahlungsverzug

Es wird geschätzt, dass fast jeder zehnte Europäer mit Miet-, Hypotheken-, Nebenkostenabrechnungen oder Ratenkäufen im Zahlungsverzug ist. Innerhalb der Europäischen Union variiert diese Zahl erheblich. Das Problem ist nicht auf bestimmte Länder beschränkt, ebenso wenig wie die Ursachen. Ob es sich um die Lebenshaltungskosten, Arbeitslosigkeit, die Last von Studienkrediten oder persönlichere Gründe wie Vergesslichkeit und schlechte Finanzplanung handelt, das Thema Schulden ist komplex und stark kontextabhängig.

Die gute Nachricht ist, dass die Zahl rückläufig ist. Die von Eurostat veröffentlichten Zahlen der EU-SILC-Erhebung zeigen, dass im Jahr 2017 9,1 % der Bürger der Europäischen Union im Zahlungsverzug waren, verglichen mit 12,5 % im Jahr 2014.

Schulden und Zahlungsverzüge sind am häufigsten in Griechenland (44,9 %), Bulgarien (33,3 %), Zypern (24,8 %) und Kroatien (21,4 %) zu finden. Andererseits sind die Spitzenreiter innerhalb der Europäischen Union Luxemburg (3 %), die Tschechische Republik (3,2 %), Deutschland (4,4 %) und die Niederlande (4,6 %).

Share of the population, which is in debt (mortgage, rent, utilities, hire purchases) by country.

Obwohl die genauen Ursachen für Schulden von Land zu Land variieren können, sind die Schuldenkategorien, z.B. Nebenkostenabrechnungen, Mietzahlungen und Ratenkäufe, in ganz Europa vertreten.

 

Gibt es eine Rolle für Unternehmen?

In einer umfassenden Studie von Civic Consultancy aus dem Jahr 2013 mit dem Titel „Überschuldung europäischer Haushalte: aktualisierte Bestandsaufnahme der Situation, Art und Ursachen, Auswirkungen und Initiativen zur Minderung ihrer Folgen“ wurden mehrere sinnvolle Empfehlungen ausgesprochen.

Dazu gehört die Notwendigkeit für Kreditgeber und Dienstleister, proaktiver zu sein, um Verbraucher im Zahlungsverzug zu kontaktieren und ihnen Optionen anzubieten. Die Studie kam auch zu dem Schluss, dass eine wirksame Politik darauf abzielen sollte, Überschuldung zu verhindern und zu beheben , anstatt sie nur zu lindern oder zu verwalten.

Eine Möglichkeit, wie Unternehmen Kundenverschuldung leicht verhindern können, ist die Verbesserung ihrer Kommunikationsstrategie. Das bedeutet zunächst, über die Kanäle zu kommunizieren, auf die Kunden am ehesten reagieren.

 

Der Bedarf an besseren Zahlungsoptionen

Ein sicherer Weg, schneller bezahlt zu werden, ist die Reduzierung von Reibungsverlusten im Zahlungsprozess. Zwei zentrale Aspekte, auf die man sich konzentrieren sollte, sind Verfügbarkeit und Zugänglichkeit.

Hinsichtlich der Verfügbarkeit sollten Sie Ihren Kunden die größtmögliche Auswahl an Zahlungsoptionen anbieten. Wenn Sie international tätig sind, müssen diese Zahlungsoptionen die regionalen und lokalen Methoden umfassen, denen Ihre Kunden vertrauen und die sie erwarten.

Darüber hinaus sollte die Verfügbarkeit von Zahlungsmethoden durch einfache Zugänglichkeit ergänzt werden. Kunden sollten ihre Rechnungen mit einem Minimum an Klicks bezahlen können. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, sind direkte Zahlungslinks (Paylinks). Nach Erhalt eines Zahlungslinks können Kunden direkt über ihre bevorzugte Zahlungsmethode bezahlen, ohne Zahlungsinformationen eingeben zu müssen.

Die meisten Unternehmen versenden immer noch nur Briefe und wundern sich dennoch, warum die Rücklaufquote so gering ist. Tatsache ist, dass sich die Kundenpräferenzen ändern. Während das Bezahlen von Rechnungen früher eine Schreibtischaktivität war, tätigen heute immer mehr Kunden Zahlungen mit ihren mobilen Geräten, selbst wenn sie unterwegs sind. Dies ist eine echte Chance für Unternehmen, die schneller bezahlt werden möchten. Um diesen Trend zu fördern, müssen Zahlungsoptionen für mobile Geräte optimiert werden.

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Die Bedeutung eines besseren Kundenverständnisses

Unternehmen sollten ihre Kunden auch auf einer persönlicheren Ebene verstehen. Manche Schulden entstehen nicht aus finanziellen Gründen. Viele geraten aufgrund geringer Lese- und Schreibkenntnisse in Zahlungsverzug. Komplizierte Schreiben in juristischem Fachjargon werden leicht missverstanden und oft beiseitegelegt. Infolgedessen stapeln sich Rechnungen und Schulden werden unüberschaubar. Vor diesem Hintergrund haben wir kürzlich mit dem niederländischen Energieversorger Eneco zusammengearbeitet und interaktive Video-Erinnerungen als neueste Innovation im Kreditmanagement eingeführt.

Das interaktive Video ist ein immersives audiovisuelles Erlebnis, bei dem der Kunde über die Situation informiert und anschließend zu einer Lösung geführt wird. Die Videos enthalten Untertitel und können jederzeit angehalten sowie wiedergegeben werden. Was die Lösungen betrifft, so werden verschiedene Zahlungsoptionen angeboten. Dazu gehören Direktzahlung, Ratenzahlung und Zahlungsaufschub. Kunden, die nicht zahlen können, erhalten Informationen zur Schuldnerberatung. Ebenso können Kunden, die eine Forderung anfechten möchten, problemlos Kontakt mit einem Vertreter aufnehmen.

Empfohlene Lektüre: Interaktives Video ist das neueste Werkzeug im Kampf gegen Zahlungsverzug

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